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Projektschwerpunkt „Cochlea-Implantat“

Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, mit dem Pilotprojekt „Netzwerk Hören“ den Medizin- und Gesundheitstourismus im Saarland zu einem hochwertigen und wirtschaftsstarken Zweig auszubauen, der innerhalb der nächsten Jahre eine deutlich wahrnehmbare und maßgebliche Position in diesem Markt einnehmen und auch international Wirkung zeigen soll. Aufgrund der hervorragenden Kompetenzen der im Netzwerk mitwirkenden Kliniken bei der Cochlea Implantation, soll diese Indikation pilothaft das vorrangige medizinische Leistungsportfolio ausmachen.

Projektmanagement

Die medizinischen und therapeutischen Leistungen werden mit qualitativ hochwertigen Dienstleistungen und Angebotsbausteinen aus dem Tourismus verbunden. Bei der Umsetzung wird sowohl die vielschichtige Gruppe der Cochlea-Implantat-Träger berücksichtigt als auch Gehörlose oder Schwerhörige, die sich für eine implantierbare Hörhilfe interessieren sowie deren Angehörige. Damit müssen alle Gruppen von der Erstinformation bis zur Rehabilitation und der auf Jahre ausgelegten Nachbetreuung betrachtet werden.

Ein wesentlicher und entsprechend der Zielgruppe wichtiger Projektbaustein ist die durchgängige Berücksichtigung der Barrierefreiheit im Bereich Hören bei touristischen Leistungen.  Eine Belebung dieses Angebots hängt maßgeblich von Akteuren und Mitstreitern aus der saarländischen Tourismusbranche ab. Das Netzwerk Hören berät Touristinformationen, Hotelbetriebe,  Freizeiteinrichtungen, Vereine etc. bezüglich hörfreundlicher Ausstattung und Kommunikationsmöglichkeiten.

Außerdem bietet es eigene Veranstaltungen und Seminare an, um über die Bedürfnisse von hörgeschädigten Menschen zu informieren. So fand in 2016 am 3. März zum weltweiten Tag des Hörens eine Führung in Gebärdensprache und mit hörunterstützender Technik  in Kooperation mit dem Erlebniszentrum Villeroy & Boch statt. Das Praxisseminar „Hören mit Herz“ in den MediClin Bosenberg Kliniken gab am 25. Mai eine erste Einführung zu dem sicheren Umgang mit Schwerhörigen und Gehörlosen. Weitere Veranstaltungen wie Gebärdensprachkurse etc. sind in Planung.

Das Internetportal wurde nach den Richtlinien des WCAG 2.0 ausgerichtet und soll weiter in Richtung Barrierefreiheit ausgebaut werden. In einem nächsten Schritt ist die Umsetzung der Leichten Sprache ebenso geplant wie Filmsequenzen zu touristischen Attraktionen  in Gebärdensprache und mit Texttranskription.

Cochlea-Implantate

Das Cochlea-Implantat ist eine elektronische Innenohrprothese, die gehörlos geborenen oder ertaubten Kindern sowie ertaubten Erwachsenen das (Wieder)Hören ermöglicht. Die Verständigungsmöglichkeiten werden beträchtlich verbessert und die Entwicklung der Lautsprache ermöglicht, wodurch sich die gesellschaftliche Teilhabe stark vereinfacht.
Im Saarland hat sich rund um diesen sehr speziellen Eingriff ein bundesweit herausragender Kooperationskern in den Bereichen Chirurgie, Rehabilitation, dauerhafte Versorgung, Forschung und Entwicklung gebildet.
Entscheidend für die Auswahl als Pilotprojekt war die gute Eignung der Leistungen rund um diesen Eingriff als Beispiel für die Optimierung einer medizintouristischen Leistungskette.

Bei der Cochlea-Implantation bestehen zahlreiche Anforderungen und Rahmenbedingungen, beispielsweise zu Behandlung, Aufenthalt und Transport:

Die Cochlea-Patienten…
• reisen oftmals aus größerer Entfernung an.
• müssen mehrmals für längere Zeit kommen.
• durchlaufen einen komplexen Diagnose- und Behandlungsprozess.
• benötigen lebenslang eine hochspezialisierte Versorgung.
• sind nur abschnitthaft an den Aufenthalt in einer Klinik gebunden.
• haben besondere Bedürfnisse auch im Rahmen ihrer Anreise und eines etwaigen Hotelaufenthaltes.

Im Rahmen des Pilotprojektes werden die Vorgehensweisen aller Beteiligten und die jeweiligen Rahmenbedingungen (beispielsweise medizinisch, touristisch, logistisch) erfasst und im Sinne der Patienten optimiert. Da Cochlea-Implantat-Träger Beeinträchtigungen unterschiedlichen Grades haben, muss hierauf bei der Projektentwicklung Rücksicht genommen werden. Die entwickelte Methodik soll nachfolgend auf andere medizin- und gesundheitstouristisch relevante Indikationsbereiche übertragen werden.

Partner im Netzwerk Hören

Projektträger ist das Saarländische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.

Kooperationspartner des Projektes sind das Universitätsklinikum des Saarlandes mit der HNO-Klinik, die MediClin Bosenberg Kliniken St. Wendel, die Tinnitustherapie- und Hörzentrum GmbH Neunkirchen, die Systems Neuroscience & Neurotechnology Unit der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes und die Tourismus Zentrale Saarland GmbH (TZS).

Das Projektmanagement ist bei der TZS angesiedelt. Sie ist die Landesmarketingorganisation des Saarlandes und Ansprechpartnerin für alle touristischen Belange sowie Beraterin für politische und kommunale Institutionen und Verbände. Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Steigerung des Bekanntheitsgrades und die Herausstellung der Vorzüge des Saarlandes als attraktives Reiseziel sowie die Vernetzung und Bündelung der Kräfte aller im Tourismus Tätigen. Um die Kooperation des Netzwerks nachhaltig zu stärken, wurde bei ihr das Netzwerkmanagement angesiedelt.

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